16. November 2014

DURCHSCHRIEBENE NÄCHTE

Nach einer Arbeitswoche in Stuttgart bin ich erst heute wieder in Berlin zurück. Wäre ich bereits vorgestern hier gewesen, wäre die Nacht von Freitag auf Samstag vermutlich eine lange Nacht geworden. Und zwar eine mit einem großen „L“.

Sie kennen vermutlich die Lange Nacht der Museen, die Lange Nacht der Wissenschaften etc. Viel weniger bekannt ist eine nicht kommerzielle Variante, die aus dem universitären Umfeld stammt und offen für alle Interessierten ist:

Die so genannte Lange Nacht der Schreib- und Projektarbeiten.

Vorgestern fand eine solche im Berliner Mehrgenerationenhaus am Teltower Damm statt. Von 20:00 abends bis 05:00 morgens konnte man nicht nur Seminar- und Abschlussarbeiten fertig- bzw. weiterschreiben, sondern es waren auch alle eingeladen, die „eine Geschichte, einen Roman oder einen Graphic Novel fortführen“ wollten. Als Beiprogramm waren klassischerweise Workshops und Beratungen im Angebot, es gab etwas zu Essen und zu Trinken und natürlich Gelegenheit „zum Austauschen und Netzwerken“.

Als ich gestern am Samstag morgen kurz nach sechs Uhr aufgewacht bin, habe ich mir vorgestellt, dass vielleicht gerade in dieser Minute ein paar der TeilnehmerInnen nach lang durchschriebener Nacht zuhause ankommen. Sehr sehr müde und – hoffentlich – sehr sehr zufrieden. Denn sie haben etwas zu Ende oder zumindest ein gutes Stück weiter geschrieben.

Diese Zufriedenheit wünsche ich auch Ihnen, falls Sie gerade an einem Manuskript arbeiten. Und vielleicht klappt es mit der Zufriedenheit ja sogar ohne lange Nächte bis fünf Uhr morgens.

Obwohl: eigentlich eine schöne Vorstellung, so lange zu schreiben. Was meinen Sie? Und so frage ich mich: was war wohl die späteste (bzw. früheste) Uhrzeit, bis zu der Sie in den Morgen hinein geschrieben haben? Verraten Sie es mir?

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