2. Dezember 2018

MEIN NAME IST HASE

Es geht leider nicht anders: NOCH ein Blogeintrag zum faszinierenden Thema „Name“. Und warum?

Weil ich am Montag Abend eingeladen war und auf dem Klingelschild ist mir unter allen Namen sofort HAASE ins Auge gesprungen. Und warum?

Weil ich kurz davor in einem Schreibwarenladen einen ganz bestimmten Zettel für meine Sammlung „Stiftproben“ mitgenommen habe. Und warum?

Weil auf diesen Zettel etwas – in meinen Augen – sehr Besonderes gekritzelt wurde: Mein Name ist Hasan.

Natürlich dachte ich sofort an „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts.“ Ein Sprichwort, das übrigens nichts mit dem Tier Hase zu tun hat, sondern auf den Heidelberger Jura-Studenten Viktor Hase zurückgeht (Achtung! Dies wird ein langer Satz), der sich im Jahre 1855 vor dem Universitätsgericht erklären musste, weil sein Ausweis, den er einem Kommilitonen geliehen hatte, damit dieser nach Frankreich fliehen konnte, nachdem er in einem Duell einen anderen Studenten erschossen hatte, gefunden und an die Heidelberger Universität zurückgeschickt worden war.

Und genau genommen handelt es sich auch gar nicht um ein Sprichwort, sondern um eine so genannte sprichwörtliche Redensart, die auch idiomatische Redewendung genannt wird und die sich dadurch auszeichnet, dass sie erst durch ihren Kontext Sinn macht.

Aber all das interessiert mich eigentlich gar nicht so sehr. Und warum?

Weil ich mich stattdessen an der Vorstellung erfreue, dass irgendwann in der Zukunft unsere Redensart „Mein Name ist Hase…“ ganz selbstverständlich abwechselt mit „Mein Name ist Hasan und ich weiß von nichts.“

Und zwar nicht als Zeichen von political incorrectness, sondern im Gegenteil als Ausdruck  gelungener kultureller Integration auf sprachlicher Ebene.

Das würde auch deshalb besonders gut passen, weil Hasan „Der Gute“ bedeutet, auf einen der Enkel des Propheten Mohammed zurückgehtund einer der häufigsten männlichen arabischen Vornamen überhaupt ist.

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