01. Februar 2014

DER KURIOSESTE BUCHTITEL DES JAHRES

Sicher ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die deutschen Buchtitel in den letzten Jahren um einiges ungewöhnlicher geworden sind. Natürlich geht es um Werbewirksamkeit, aber ich finde, es ist auch ein positives Zeichen sprachspielerischer Lockerheit.

Die Mayersche Buchhandlung greift diesen Trend jetzt (ebenfalls werbewirksam!) auf und lässt ihre Lese-Community „Was liest du?“ zusammen mit einer Fachjury über den „Ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2013“ abstimmen, der dann auf der Leipziger Buchmesse prämiert werden wird.

So ganz neu ist das allerdings nicht. Seit 2008 hat das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel zusammen mit der Redaktion von Schotts Sammelsurium die Auszeichnung „Kuriosester Buchtitel des Jahres“ vergeben, der wiederum auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wurde. 2008 war beispielsweise Richard David Prechts Bestseller-Titel „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ nominiert. (Gewonnen dann allerdings „Begegnungen mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer“ von Stephan Harbort)

Direkt brav im Vergleich zu den ausgezeichneten Titeln von „Oddest Title of the Year“. Dieser Preis genießt in England seit Ende der 70er Jahre Kultstatus und ist Vorbild für die deutschen Wettbewerbe. Hier gewinnen Titel wie „People Who Don’t Know They’re Dead: How They Attach Themselves to Unsuspecting Bystanders and What to Do About It“ oder „How to avoid huge ships.“

Mein Favorit ist allerdings der Siegtitel von 2010: „Managing a Dental Practice the Genghis Khan Way“: Wie man eine Zahnarztpraxis nach der Art von Dschingis Khan leitet. Ob da ein aktueller deutscher Titel mithalten kann?

P.S.: Ich tippe übrigens auf „Schantall, tu ma die Omma winken! – Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters.“ Und Sie?

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