16. Januar 2021

SIGNATURE DAIQUIRI 2021

In München wird derzeit die Netflix Produktion Munich gedreht, in der das historische Münchner Abkommen von 1938 im Mittelpunkt steht.

Handabdruck

Über einen Mailverteiler hat mich die Anfrage erreicht, dass ein Handdouble für Jeremy Irons gesucht wird. Irons spielt Neville Chamberlain, einen der Unterzeichner des Vertrags. In einer Close-Up Szene soll Chamberlains Unterschrift so authentisch wie möglich gezeigt werden. 

Seit ich das gelesen habe, denke ich über das Phänomen der Unterschrift nach. Darüber, wie sich unsere Signatur im Laufe unseres Lebens immer wieder verändert und wie sie unsere Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Oder bringen will. Oder soll. 

Und darüber, dass diese Signatur unsere aktuelle Persönlichkeit in manchen Lebensphasen authentisch widerspiegelt und wir ihr zu anderen Zeiten im Grunde bereits entwachsen sind.  

Dem alten Jahr sind wir heute bereits 16 Tage entwachsen.

Was würden Sie sagen: tragen diese ersten Tage Ihre authentische Signatur? Und passt deren Rhythmus, Einheitlichkeit und Originalität (die drei zentralen Merkmale einer Signatur) zu Ihnen?  

Zurück zu Jeremy Irons, der in vielen Literaturverfilmungen mitgespielt hat. In Nabokovs Lolita, in Prousts Eine Liebe von Swann oder auch im Geisterhaus von Isabel Allende. 

Wenn Allende Bücher signiert, kombiniert sie Ihre Unterschrift häufig mit kleinen Symbolen wie hier mit einer Blume in einer spanischen Geisterhaus Ausgabe. (Bei ebay können Sie eine Ausgabe von Eva Luna mit einer solchen Blumensignatur für derzeit 38 Euro ersteigern).

„Ich habe viel Zeit und zum ersten Mal in meinem Leben erwartet niemand etwas von mir. Ich muss nichts beweisen, ich renne nicht überall hin; Jeder Tag ist ein Geschenk, das ich in vollen Zügen genieße.“ hat sie vor einer Weile gesagt. Ob sich in dieser ihrer neuen Lebensphase wohl auch ihre Signatur in Büchern verändert hat? 

In der Rundmail zu Munich wurde übrigens darüber informiert, dass für das Üben der Originalhandschrift genügend Zeit gegeben werde. 

Ja, es braucht Zeit, immer wieder zu prüfen, ob die derzeitige Signatur noch stimmig ist. Und Zeit, um eine passendere Signatur zu üben. 

Ich wünsche uns allen, dass dieses neue Jahr so oft wie möglich unsere authentische Signatur tragen möge. Eine, die sich nicht an unserer Vergangenheit orientiert, sondern stattdessen unverwechselbares Markenzeichen dafür ist, wer wir sind und wie wir leben wollen. Und schreiben. Und trinken.  

Ein individueller Papa Doble sozusagen. So hieß Ernest Hemingways Signature Drink, ein Daiquiri. 

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